In einer von Dankbarkeit, Rückblick und Vorfreude geprägten Abendmahlsversammlung erlebte die Gemeinde Winterthur der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage einen besonderen Sonntag. Die abtretende Bischofschaft wurde verabschiedet und ein neues Leitungsteam eingesetzt. Geleitet wurde der Wechsel von Pfahlpräsident Todd Cheney.
Nach fünf Jahren im Dienst wurden Bischof Mathieu Maccarini sowie seine Ratgeber Jakob Schenk und Michael Jäger mit grosser Wertschätzung entlassen. Als neuer Bischof wurde Joel Roth eingesetzt. Ihm zur Seite stehen Fabian Koch als erster Ratgeber und Estefano Esparza als zweiter Ratgeber.
Ein Rückblick mit Herz: die abtretende Bischofschaft
Jakob Schenk, bisheriger erster Ratgeber, verglich die vergangenen fünf Jahre mit einer langen Wanderung, an deren Ziel man dankbar und bereichert zurückblickt. Er dankte der Gemeinde für ihren Geist, ihre Liebe und ihre Bereitschaft, Aufgaben zu übernehmen.
Michael Jäger, zweiter Ratgeber, betonte in seinen Abschiedsworten die Kraft der Gemeinschaft. Anhand einer Begegnung aus seiner Missionszeit schilderte er, wie das Umfeld, in dem wir uns bewegen, unser Leben prägt, und wie dankbar er sei, die Mitglieder der Gemeinde seine Freunde nennen zu dürfen. Er schloss mit einem Zeugnis von Jesus Christus als «dem grössten Freund aller Freunde».
Bischof Mathieu Maccarini dankte von Herzen seinen Ratgebern, den Sekretären, seiner Familie und jedem einzelnen Mitglied für die grossen und kleinen Taten. Sein Vermächtnis an die Gemeinde lautete: «Geht euren Weg mit dem Herrn. Es wird immer besser sein, als wenn ihr ihn allein geht.»
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Christus im Zentrum: die neue Bischofschaft stellt sich vor
Als neuer Bischof der Gemeinde Winterthur wurde Joel Roth eingesetzt.
Klar und bestimmt benannte Bischof Roth seinen Schwerpunkt: Christus. Aus dem Buch Mormon zitierte er 2. Nephi 25,26: «Wir reden von Christus, wir freuen uns über Christus, wir predigen von Christus», und machte deutlich: «Christus soll in allem, was wir tun, im Zentrum stehen. Wenn wir Christus ins Zentrum stellen, wird er diese Gemeinde leiten.» Als zweiten Fokus nannte er die heranwachsende Generation. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sollen eine persönliche Beziehung zu ihrem Vater im Himmel entwickeln.
Fabian Koch, neuer erster Ratgeber, schilderte offen seine anfängliche Überraschung, als er erfuhr, dass nicht nur ein neuer Bischof gesucht werde, sondern dass er selbst als Ratgeber berufen werden solle. Sein Zeugnis von der Wahrhaftigkeit des Evangeliums gab ihm die Kraft, diese Berufung anzunehmen. In seiner Ansprache verwies er auf König Benjamin im Buch Mormon, der sein Volk nicht nur regierte, sondern mit seinen eigenen Händen für sie arbeitete. Darin erkannte er ein göttliches Prinzip des dienenden Führens: «Wenn ihr euren Mitmenschen dient, dann dient ihr eurem Gott.»
Estefano Esparza, neuer zweiter Ratgeber, sprach mit spürbarer Demut über seine Berufung. Er erinnerte an ein Zitat von Präsident Russell M. Nelson über die Notwendigkeit, vom Heiligen Geist geführt zu werden, und erzählte von zwei Missionaren, die kurz vor einer Taufe mit einer unerwarteten Absage konfrontiert wurden. Ihr ruhiges, geistgeleitetes Reagieren in diesem Moment habe ihn tief beeindruckt. So möchte er auch in seiner neuen Aufgabe handeln.
Worte des Pfahlpräsidenten
Pfahlpräsident Todd Cheney schloss die Versammlung mit persönlichen Worten und einem Schmunzeln. Als Missionar habe er so viele Türen geklopft, dass sich an seinem Knöchel eine mächtige Hornhaut gebildet habe. Sein Wunsch an alle Führenden und an die ganze Gemeinde lautete: «Entwickelt Hornhaut auf den Knien.» Das Gebet und die Nähe zu Gott seien die Grundlage jeder Führungsaufgabe.
Ehrenamtliches Engagement als Herzstück der Gemeinde
In der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage tragen Bischöfe und ihre Ratgeber umfassende Verantwortung in seelsorgerischen, organisatorischen und gemeinschaftsstiftenden Belangen. Die Berufungen erfolgen auf geistlicher Grundlage und werden vollständig ehrenamtlich ausgeübt, zusätzlich zu Beruf, Familie und weiteren Verpflichtungen.
Der Wechsel in der Gemeinde Winterthur war mehr als eine personelle Veränderung. Er war ein Zeugnis dessen, was es bedeutet, als Gemeinschaft miteinander unterwegs zu sein: dankbar für das Geleistete, offen für das Kommende und geleitet von dem, der im Mittelpunkt steht, Jesus Christus.
von Christoph Schröder, Landeskoordinator lokale Medien Schweiz im Pfahl St. Gallen